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Aktuelles
 
07.11.2010

Rieselfeld-Kalender 2011


Rieselfeld-Kalender
Nicht jeder hat vielleicht Zeit den Reiseverkehr des Vogelzuges in und über den Rieselfeldern draußen mitzuerleben, wenn zum Beispiel die arktischen Blässgänse hier eine Pause auf dem Weg zum Niederrhein einlegen. Jeder hat jedoch die Chance wieder zwölf charakteristische Rieselfeld-Vögel in sein Wohn- oder Arbeitszimmer zu holen. Mit dem neuen Kalender kommen unter anderem Rotschenkel, Wassserralle und Rohrdommel in die heimischen vier Wände. Lockvogel für den Kalender ist ein genießerischer Steinkauz den Ralf Worrmann in den Rieselfeldern mit der Kamera eingefangen hat. Ein Kalender mit dem man jeden Rieselfeld-Freund und jeden, der einer werden sollte, beglücken kann. Ideal als Present für Vogel-Liebhaber. Neben den Bildern bietet der Kalender auch die Termine der öffentlichen Führungen in 2011 und einen Wegeplan mit Kurzbeschreibung des Europareservates. Der Kalender kann in der Woche zu Bürozeiten bei der Biologischen Station Rieselfelder Münster (Coermühle 181) und am Wochenende in der Ausstellung zur Landschaftgeschichte der Rieselfelder am Rieselfeldehof (Coermühle 100) hinter der Gaststätte "Heidekrug" für Euro 12,80 erworben werden. Ebenso bieten einige Buchhandlungen (Hiltruper Buchhandlung, Kinderhauser Buchzentrum, Buchhandlung Rump in Münster-Wolbeck, Poertgen und Herder und Salamon-Kalendershop in Münster-Innenstadt sowie die Buchhandlung Cramer und Löw)
den Kalender zum Verkauf an.



05.11.2010

Schilflehrpfad


Störche auf der abgelassenen Anstaufläche

Damit es nicht langweilig wird in den Rieselfeldern bereichert die Biologische Station Rieselfelder Münster das Natureerlebnisgebiet der Rieselfelder auch weiterhin mit neuen Sehenswürdigkeiten, die vor allem dazu dienen, die Rieselfeld-Natur für den Besucher besser erlebbar zu gestalten. So wurden 2005 der 12 m hohe Aussichtsturm eröffnet und seid 2009 auch Beob-achtungshütten barrierefrei umgebaut. Im Rahmen des Projektes "Naturerlebnis für Alle" wird derzeit ein Stegesystem für eine Teichanlage hinter dem Seminar-gebäude des Rieselfeldhofes errichtet. Ein weiteres Stegesystem mit einem Schilf-Lehrpfad ist am Aa-Ableiter-Anstau geplant. Die Bauarbeiten hierzu haben in diesen Tagen begonnen. Nach außen sichtbar werden diese Bauarbeiten vor allem durch den abgelassenen Anstau. Diese Maßnahme ist zur Gründung der Funda-mente notwendig und wird über die Wintermonate andauern. Auch wenn diese Fläche als Wasserfläche zur Nahrungsaufnahme ausfällt, so gibt es über 100 weitere Wasserflächen auf denen die Wintergäste der Rieselfelder ihr Auskommen finden. Das Ablassen des Wassers hat aber auch einige Vögel wie Graureiher und Störche angelockt, sie schöpfen ab, was übrig bleibt.


Abgelassener Aa-Ableiter mit Hinweis auf die Gestaltungsmaßnahmen

 



18.03.2010

Werner Prünte

06.05.1940 – 12.03.2010

Zuletzt haben wir ihn erlebt, wie er auf dem 40-Jahres-Jubiläum der Biologischen Station im Oktober 2008 intensiv in die fachlichen Diskussionen eingriff, und gedacht: Ganz der Alte!

Denn Werner Prünte gehörte zu den 4 Personen, die 1968 das breit angelegte Farbberingungsprogramm in den Rieselfeldern Münster entwickelt haben, das in den Folgejahren die Argumentationen für die Schutzbemühungen maßgeblich gefördert hat. Er war auch - jedesmal von Fröndenberg anfahrend – bei fast allen Fangaktionen an den Zugwochenenden dabei. Seine besondere Begabung bestand darin, junge Leute für die Feldornithologie und die Vogelberingung begeistern zu können. Viele heute zwischen 50 und 60 Jahre alte Berufs- oder Amateur-Ornithologen aus allen Teilen Westdeutschlands waren von 1969 an während ihres Studiums mehr oder weniger regelmäßige „Arbeitsgäste“ bei den Fangeinsätzen in den Rieselfeldern oder beim Umbau der Baracke zur Biologischen Station.

Seine Energie war legendär: Wenn ein Großteil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen spätestens ab 3.00 Uhr morgens allmählich in Lethargie verfiel, hielt er unverdrossen nicht nur die ganze Nacht durch, sondern auch noch den Folgetag, wenn die Fangzahlen entsprechend groß waren.

Werner Prünte war 1972 – zusammen mit Fritz Pölking, Michael Speckmann und mir – einer der Autoren des ersten Büchleins über die Rieselfelder Münster: „Die Tundra ist mitten in Deutschland“, das sich in Münster und Umgebung dermaßen gut verkaufte, dass nach kurzer Zeit ein Nachdruck nötig war.

Kennen gelernt hatten wir uns Anfang der 1960er Jahre im Rahmen der Beratungen zur Abfassung einer Avifauna von Westfalen unter der Leitung von Josef Peitzmeier. Da hatte Werner Prünte – zusammen mit dem ebenfalls vor kurzem verstorbenen Arno Bock sowie Horst Mester – die Initiative ergriffen und mit dem „Anthus“ 1961 die erste feldornithologische Zeitschrift ins Leben gerufen. Die ersten Jahre der Herausgabe waren hart; er trug die redaktionelle Arbeit weitgehend und das finanzielle Risiko zunächst ganz allein. Dies änderte sich erst 1971, als Fritz Pölking, den wir ebenfalls in den Rieselfeldern kennen gelernt hatten, mit seinem „Kilda-Verlag“ einen Teil des Risikos übernahm.

Mit der allmählichen Fertigstellung der „Avifauna von Westfalen“, zu der sich vor allem Horst Mester und Werner Prünte zunehmend kritischer äußerten, wuchs bei vielen vor allem jüngeren Feldornithologen der Wunsch nach einer eigenen westfälischen ornithologischen Vereinigung – außerhalb des Einflussbereiches des Landesmuseums für Naturkunde in Münster. Nach einigen heftigen Attacken des damaligen Direktors Ludwig Franzisket (der mal von „Pathologischen Perfektionisten“ sprach), wurde schließlich am 19.1.1969 die Westfälische Ornithologen-Gesellschaft (WO-G) gegründet, bei der Werner Prünte – der auch zusammen mit Klaus Conrads, Gisela Eber, W.-O. Fellenberg, Horst Mester, Harro-H. Müller und K.-J. Schäfer und Gert Ziegler den Gründungsaufruf unterschrieben hatte – eine engagierte Begrüßungsrede hielt.

Nachdem zunächst Horst Mester und Claus Conrads Vorsitzende der neuen WO-G waren, wurde Werner Prünte dann 1972 Vorsitzender, der auf eigenen Wunsch 1974 aus diesem Amt wieder ausschied. Dies hing auch mit der Diskussion über die Zeitschrift „Anthus“ zusammen, weil die WO-G sie gerne in eigener Herausgeberschaft publizieren wollte. Dieser Wechsel gelang allerdings nicht, so dass die WO-G ab 1974 ihren „Alcedo“ herausgab und der „Anthus“ sein Erscheinen einstellte.

Werner Prünte konnte sich danach mit vollem Elan wieder „seinem“ Ruhrtal widmen; in der Folgezeit dehnte sich sein Aktionsradius immer weiter aus, bis hin zu feldornithologischen Untersuchungen auf den Balearen und intensiver Fangtätigkeit in der Türkei. Auch um sein Haus herum waren fast immer Netze gespannt ...

Michael Harengerd